Social Media manipuliert dich ohne, dass du es mitbekommst - DO SOMETHING in REAL LIFE!


Wir haben unseren YouTube Kanal gegründet, weil wir euch dazu motivieren wollen, rauszugehen und Abenteuer mit euren Freunden zu erleben, anstatt eure Zeit drinnen vor dem Fernseher, Computer oder Handy zu verbringen. Leider ist es oft noch nicht mal mehr möglich mit Freunden ein Gespräch zu führen ohne, dass sie permanent auf ihr Handy gucken und dadurch abwesend sind. Warum sind viele von uns so abhängig von ihrem Handy geworden?

Ein wichtiger Grund dafür sind unter anderem die manipulativen Taktiken von sozialen Netzwerken. Menschen, die soziale Netzwerke entwickelt haben, sind nicht deine Freunde und du bist nicht ihr Kunde. Du und deine Daten sind das Produkt, dass an Werbetreibende verkauft wird. Deswegen versuchen dich soziale Netzwerke, wie Facebook, Instagram, Snapchat und YouTube so lange wie es nur geht auf ihrer Plattform zu halten, weil sie dadurch mehr Geld verdienen. Dieses Ziel verfolgen sie sogar gezielt mit psychologischen Tricks. Wir finden, dass das eindeutig zu weit geht und wollen auf keinen Fall, dass du den Tricks ausgeliefert bist, ohne sie noch nicht einmal zu kennen. Deswegen haben wir einige Tricks, über die Tristan Harris auf Englisch in seinem Post schreibt, für dich auf Deutsch übersetzt. 

Trick 1: Instagram, Facebook, Snapchat und YouTube wurden wie Spielautomaten entwickelt­­

Durchschnittlich gucken wir 150 Mal pro Tag auf unser Handy. Warum machen wir das?

 

Wie oft gehst du pro Tag auf Instagram und checkst, was gepostet wurde? Der psychologische Grund warum wir so oft auf unser Handy gucken und warum Spielautomaten so erfolgreich sind heißt variierende Belohnung. Damit ist einfach gemeint, dass wir bevor wir die App, zum Beispiel Instagram aufrufen nicht wissen, was für neue Bilder gepostet wurden, wer unser Bild mit „gefällt mir“ markiert hat, wer einen Kommentar unter unser Bild geschrieben hat und wer uns angefangen hat zu folgen. Die Ungewissheit darüber, was alles in der Zeit passiert ist, in der wir nicht online waren, verleitet uns dazu ständig nachzugucken. Jedes Mal, wenn du erneut auf Instagram gehst und den Newsfeed aktualisierst, ist es nichts anderes, als würdest du Geld in einen Spielautomaten werfen und hoffen, dass die richtigen Bilder erscheinen oder eine bestimmte Person dein Bild mit „gefällt mir“ markiert hat. Es kann allerdings auch sein, dass rein gar nichts passiert ist und genau die Ungewissheit macht den Reiz aus.

Vielleicht fragst du dich jetzt grade, ob heutzutage überhaupt noch jemand an Spielautomaten spielt. Jeder weiß ja, dass die Wahrscheinlichkeit Geld zu verlieren anstatt zu gewinnen, viel größer ist. In Amerika verdienen Spielautomaten mehr Geld, als Baseball-Spiele, Kinos und Freizeitparks zusammen. Bei uns in Deutschen ist es wahrscheinlich nicht groß anders. Im Vergleich zu anderen Glücksspielen werden Menschen von Spielautomaten 3-4 mal schneller süchtig.

Unser Handy ist nichts anderes als ein Spielautomat. Wenn du es aus deiner Tasche holst, um nachzugucken was für Benachrichtigungen du bekommen hast, spielst du eine Runde an dem Spielautomaten. Wenn du deinen Instagram Feed aktualisierst oder auf Tinder nach links oder rechts wischt, spielst du auch eine Runde an dem Spielautomaten.

 

 

Trick 2: Du hast Angst etwas zu verpassen

Ein weiterer Trick, wie Apps versuchen, dich zu binden, ist dir das Gefühl zu geben, du könntest etwas ganz Wichtiges verpassen. Es reicht schon aus, wenn die Wahrscheinlich bei nur 1% liegt. Wenn sie es schaffen dich davon zu überzeugen ein Kanal für wichtige Nachrichten, Informationen, Freundschaften oder Sexualpartner zu sein, wird es dir schwer fallen dein Account weniger zu benutzen oder sogar zu löschen. Es könnte ja sein, dass du etwas Wichtiges verpasst:

  • Vielleicht verpasst du deine Traumfrau, wenn du nicht noch einmal auf Tinder nach links wischt.
  • Oder du kriegst nicht mit, worüber deine Freunde auf Instagram reden.

Die Wahrheit ist, dass wir immer etwas verpassen werden, sobald wir aufhören etwas zu benutzen:

  • Wir werden magische Momente auf Facebook verpassen, wenn wir nicht für 6 Stunden online sind, sondern nach 5 Stunden ausschalten (zum Beispiel könnte es sein, dass ein alter Freund in die Stadt kommt).
  • Wir könnten unsere Traumfrau auf Tinder verpassen, wenn wir nicht zum 7000 Mal zur Seite wischen.
  • Wir werden wichtige Anrufe verpassen, wenn wir nicht 24/7 am Handy sind.

Jeden Moment das Gefühl zu haben etwas zu verpassen führt dazu, dass wir ständig auf unser Handy gucken und in Gesprächen mit unseren Freunden abwesend sind. Letztendlich ist das Gefühl nichts anderes als eine Illusion, die verschwindet, wenn wir es schaffen uns für einen Tag von sozialen Netzwerken loszureißen und Abstand nehmen. All unsere Ängste etwas zu verpassen, werden in Wirklichkeit nicht passieren. Wir vermissen nicht das, was wir nicht sehen. Den Gedanken „ich könnte etwas Wichtiges verpassen“ haben wir nur bevor wir uns dafür entscheiden Abstand von sozialen Netzwerken zu gewinnen, nicht danach.

Trick 3: Gesellschaftliche Akzeptanz

Gesellschaftliche Akzeptanz ist einer der wichtigsten Dinge für uns. Jeder braucht das Gefühl von seinen Freunden akzeptiert zu werden. Allerdings liegt gesellschaftliche Akzeptanz heutzutage in den Händen von sozialen Netzwerken zum Beispiel, wenn wir in Fotos von Freunden auf Facebook markiert werden. Facebook weiß das und manipuliert, wie oft Menschen in Fotos markiert werden, indem es automatisch Gesichter erkennt, und vorschlägt die einzelnen Personen zu markieren. Eine Box wird um das Gesicht angezeigt und Facebook fragt dich, ob das Person XY ist (seit 2012 wurde die Gesichtserkennung aus Datenschutzgründen in Deutschland verboten, allerdings 2018 wiedereingeführt). Wenn Person XY jetzt also markiert wird, war das keine eigenständige Entscheidung, sondern ein Vorschlag von Facebook. Genau aus dem gleichen Grund kriegst du auch Freundschaftsvorschläge. Facebook tut also alles, was es kann, um soziale Anerkennung zu verteilen, weil wir so Abhängiger von der Plattform werden. Der gleiche Effekt tritt ein, wenn wir ein neues Profilbild auf Facebook hochladen. Facebook weiß, dass soziale Anerkennung in diesem Moment besonders wichtig für uns ist: „Was werden wohl meine Freunde über mein neues Bild sagen?“ Facebook kann dein Bild höher in dem Newsfeed einordnen, sodass es länger weiter oben bleibt und mehr Freunde es mit „gefällt mir“ markieren oder kommentieren. Wir gehen dann ständig wieder auf Facebook, um zu gucken, wie viele „gefällt mir“ Angaben wir bekommen haben. Auf Instagram ist es nicht anders.

Trick 4: Soziale Gegenseitigkeit

  • Wenn du mir einen Gefallen tust, schulde ich dir Einen („Du hast was gut bei mir!“).
  • Wenn du „danke" sagst, muss ich „bitte" sagen.
  • Wenn du mir eine Nachricht auf WhatsApp schreibst, ist es unhöflich nicht zu antworten.
  • Wenn du mir auf Instagram folgst, ist es unhöflich, wenn ich dir nicht zurückfolge.

Für uns ist es normal, die Gesten von Anderen zu erwidern. Aber genau wie mit der sozialen Anerkennung können soziale Netzwerke manipulieren, wie oft das der Fall ist.

In einigen Fällen ist soziale Gegenseitigkeit ein normales Phänomen, wie zum Beispiel bei WhatsApp Nachrichten. Wenn wir eine Nachricht kriegen, schreiben wir eine Antwort. Aber es gibt auch Situationen, in denen soziale Netzwerke dieses Phänomen ausnutzen. Auf Instagram werden dir zum Beispiel Personen basierend auf deinem Freundeskreis und deinen „gefällt mir“ Angaben vorgeschlagen, denen du folgen kannst.

 

 

Und sobald du jemand anfängst zu folgen, kriegst du direkt zusätzliche Personen vorgeschlagen, denen du auch noch folgen kannst.

 

Wenn Instagram dir jetzt vorschlägt mir zu folgen und du darauf eingehst, dann denke ich, du hättest mir von dir heraus gefolgt, aber in Wirklichkeit bist du nur einem Vorschlag von Instagram gefolgt und hast dir nicht viel dabei gedacht. Instagram versucht, es dir so leicht es nur geht zu machen, anderen zu folgen, denn die andere Person hat dann das Gefühl, dir auch folgen zu müssen und Instagram profitiert davon, dass ihr beide mehr Zeit auf der Plattform verbringt.

Trick 5: Unendliches Scrollen und automatische Wiedergabe

Brian Wansink, ein Professor von Cornell hat herausgefunden, dass man Menschen dazu bringen kann, bis zu 73% Kalorien mehr zu konsumieren, wenn sie aus einer Suppenschale essen, die automatisch von unten aufgefüllt wird. Soziale Netzwerke nutzen diesen Effekt aus und haben deswegen ihre Newsfeeds genau wie eine Suppenschale gebaut, die sich automatisch auffüllt, indem du unendlich weiter nach unten scrollen kannst. Damit verhindern sie, dass eine Pause entsteht, in der du kurz nachdenkst und dich dafür entscheidest, dein Handy wegzulegen. Das ist auch der Grund dafür, warum du auf Instagram ganz leicht von einer Story zur Nächsten wechseln kannst, oder warum Netflix und YouTube nach einem Countdown die nächste Serie bzw. das nächste Video starten. Es wird nicht darauf gewartet, dass du selber aktiv eine Entscheidung triffst, sondern die jeweilige Plattform versucht dir die Entscheidung, zu ihrem eigenen Gunsten abzunehmen. Das ist ein weiterer Trick, um dich länger zu binden, obwohl du eigentlich gar keine Lust mehr hast noch eine Serie bzw. noch ein Video zu gucken.

  

Trick 6: Direkte Unterbrechung durch Benachrichtigungen

App Entwickler wissen, dass wir Nachrichten eher direkt beantworten, die uns in dem was wir eigentlich grade machen unterbrechen (alle Formen von Benachrichtigungen, die eine Vibration oder einen Ton auslösen, wenn ihr euer Handy in der Tasche habt gehören dazu). Benachrichtigungen, die euch also bei dem, was ihr eigentlich grade macht unterbrechen, sind für Snapchat, Instagram und Facebook gut. Facebook zeigt demjenigen, der euch eine Nachricht geschrieben hat sogar an, sobald ihr die Nachricht gelesen habt. Dadurch wird es für euch noch schwieriger nicht direkt auf die Nachricht zu antworten. Ihr kennt das bestimmt selber und habt schon mal den Flugmodus angeschaltet (oder einen anderen Trick verwendet), um euch eine Nachricht anzugucken, ohne dass es dem anderen angezeigt wird. Apple und WhatsApp sind bei dem Thema toleranter und lassen euch ein oder ausschalten, ob Anderen angezeigt werden soll, wenn ihr eine Nachricht gelesen habt.

Das Problem von den ständigen Unterbrechungen ist, dass eure Aufmerksamkeitsspanne dadurch kaputtgeht und ihr euch noch nicht einmal eine halbe Stunde am Stück auf etwas konzentrieren könnt, ohne dabei einmal auf euer Handy zu gucken. Im Durchschnitt gucken wir alle 10 Minuten einmal auf unser Handy.   

Trick 8: Wer die Speisekarte erstellt, kontrolliert die Entscheidungen

Wenn du in ein Restaurant gehst und auf die Speisekarte guckst, sieht es so aus, als hättest du die freie Wahl. Allerdings fragen wir uns selten:

  • „Was gibt es nicht auf der Speisekarte?“
  • „Warum werden mir diese Optionen angeboten und nicht andere?“
  • „Kenne ich die Ziele von demjenigen, der die Speisekarte erstellt hat?“

Alle Apps auf unserem Handy bieten uns eine Speisekarte an. Nehmen wir als Beispiel die App Tinder. Auf der Speisekarte sind potenzielle Dating Partner, die du online kennenlernen kannst. Wahrscheinlich gibt es keine andere Plattform, auf der es so viele potenzielle Dating Partner gibt und auf der es so leicht ist, mit anderen Singles in Kontakt zu kommen. Je mehr Auswahl wir durch Apps wie Tinder bekommen, desto eher gehen wir davon aus, dass unser Handy uns die besten Auswahlmöglichkeiten zeigt. Allerdings zeigen uns Apps immer nur eine einzige Speisekarte und auch, wenn es die Speisekarte mit der größten Auswahl ist, finden wir dort nicht unbedingt die beste Wahl für uns. Auf Tinder lernen wir online andere Singles kennen, verpassen aber die Gelegenheit, im real life mit unseren Freunden auf eine Veranstaltung zu gehen und dort neue Leute kennenzulernen.

Apps erregen oft den Anschein uns das Leben einfacher zu machen, aber das tun sie oft nicht. Oft führt es dazu, dass wir nur noch auf die Speisekarten gucken, die uns Apps anbieten und nicht mehr mit offenen Augen durch die Welt gehen. Je mehr Zeit wir in der virtuellen Welt von Apps verbringen, desto weniger Zeit nehmen wir am echten Leben teil.  

Geh raus und unternehme etwas Cooles mit deinen Freunden!

Die Liste an Tricks von sozialen Netzwerken ist noch viel länger und vielleicht fallen euch auch Beispiele ein. Als wir das erste Mal von den Tricks gehört haben, konnten wir es gar nicht glauben, dass Apps mit so vielen psychologischen Tricks arbeiten, nur damit wir möglichst viel Zeit dort verbringen. Das wussten wir vorher auch nicht. Klar sehen wir auch die positiven Seiten der einzelnen Plattformen, doch keiner von uns will dahingehend manipuliert werden regelrecht seine Zeit zu verschwenden. Deswegen war es uns sehr wichtig euch darüber aufzuklären. Uns liegt es einfach am Herzen, dass jeder von euch selber die Entscheidung trifft, wie er oder sie gerne ihre Zeit verbringen will und was für euch Lebensqualität ausmacht. Wir haben uns dafür entschieden aktiv zu werden, verrückte Ideen zu verwirklichen und zu reisen. Erinnerungen mit unseren Freunden zu schaffen, neue Freunde kennenzulernen und Abenteuer erleben, dass macht für uns das Leben aus. Wir glauben fest daran, dass alle von euch ähnliche Ziele wie wir haben und auch ihr nicht von sozialen Netzwerken abhängig sein wollt und doch haben es Instagram, Facebook, YouTube und co geschafft uns durchschnittlich 2 Stunden jeden Tag zu fesseln. Es ist an der Zeit etwas zu verändern und aufzuwachen. Trefft eure Entscheidungen aktiv selber und setzt euch Zeiten fest wann und wie lange ihr Instagram etc. checken wollt, denn wenn ihr euch nicht aktiv selber entscheidet, dann nehmen euch die Plattformen die Entscheidung ab und davor wollen wir euch bewahren.

Wir hoffen, dass der Post nützlich für dich war und dir in Zukunft dabei hilft mehr Abstand von Sozialnetzwerken zu nehmen und stattdessen etwas Cooles mit deinen echten Freunden im Real Life unternimmst. Schreibt uns deine Erfahrungen gerne in die Kommentare und vielleicht hast du ja auch noch gute Tipps für Andere.


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